Ein charakteristisches technisches Baudenkmal erhebt sich südlich des Rosenheimer Bahnhofsgeländes: Das Kraftwerk der einstigen Kunstmühle. Es wurde 1923 – vor 90 Jahren – nach Plänen von Theodor Fischer und Carl Baumann fertiggestellt.
Rosenheim – 1920 entschloss sich die Kunstmühle Rosenheim AG, ein
Wasserkraftwerk südöstlich ihres Fabrikgeländes zu errichten. Das
Kraftwerk sollte vom Wasser des sogenannten Wasserhofs gespeist werden.
Der Wasserhof war der an dieser Stelle zu einem künstlichen See
verbreiterte Mangfallkanal. Dieser Kanal war im Zuge des Salinenbaus im
frühen 19. Jahrhundert für die Trift des zur Befeuerung der Saline
benötigten Holzes angelegt worden.
Mit der Planung des Kraftwerks beauftragte die Kunstmühle Theodor
Fischer, damals Professor an der Technischen Hochschule München und
einer der angesehensten süddeutschen Architekten. Fischer war ab 1897
als Leiter des Münchner Stadterweiterungsbüros bekannt geworden, wo er
den sogenannten „malerischen Städtebau“ begründete. Er prägte
maßgeblich die Bauentwicklung Münchens um 1900. Im Jahr 1898 erhielt
Fischer übrigens auch vom Rosenheimer Magistrat den Auftrag, einen
„Generalbaulinienplan“ für die Stadt zu erstellen. So gehen
beispielsweise die gekrümmten Straßenverläufe im Viertel zwischen
Friedhof und Haustätter Höhe auf Fischers Planungen zurück. Zu den
architektonischen Hauptwerken Fischers gehören von über 100
ausgeführten Bauten unter anderem die Garnisonskirche in Ulm, die
Universität Jena, das Landesmuseum in Kassel, das Rathaus in Worms und
mehrere Schulen und öffentliche Gebäude in München.
Für das Kraftwerk der Rosenheimer Kunstmühle sah Fischer einen
behäbigen Baukörper mit tief heruntergezogenem Schopfwalmdach vor. Die
symmetrischen Fassaden, die Gliederungselemente und die Fensterformate
waren einer historischen Architektursprache verpflichtet. Nach der
Fertigstellung von Fischers Planentwurf übernahm der Rosenheimer
Architekt Carl Baumann die weitere Ausarbeitung der Bau- und
Detailplanung. Im November 1921 wurden die Pläne schließlich genehmigt,
und 1922 konnte mit dem Bau des „Krafthauses“, wie das Kraftwerk damals
bezeichnet wurde, begonnen werden. Für die Überbauung des
Mangfallkanals waren konstruktiv aufwendige Arbeiten notwendig.
Als das Kraftwerk 1923 fertiggestellt wurde und die Stromerzeugung
aufnahm, bezog die Rosenheimer Firma Klepper das geräumige Dachgeschoss
des Bauwerks. Das Unternehmen stand damals gerade mit der Herstellung
von Sportartikeln und Faltbooten am Beginn seines Expansionskurses. An
die Nutzung der Räume durch Klepper war übrigens schon vor dem Bau des
Kraftwerks – das belegen die ersten Pläne Theodor Fischers von 1920 –
gedacht gewesen. Später ließ die Direktion der Kunstmühle für die Firma
Klepper noch verschiedene Umbauten vornehmen, 1939 die großen
Giebelfenster und 1954 einen Personenaufzug.
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg hatten sich die Klepper-Werke aber
zusätzlich mit eigenen Gebäuden auf das nordwestlich des Kraftwerks
gelegene Areal ausgebreitet. Der Wasserhof vor dem Kraftwerk erwies
sich für die Klepper-Werke als ideales Testgelände für die Faltboote,
die den einstigen Weltruf des Unternehmens begründeten. Auf dem
Wasserhof entstanden auch die Fotos, die Kapitän Franz Romer Anfang
1929 vor seiner Atlantiküberquerung in einem Klepper-Faltboot zeigen.
Romer erreichte damals nach mehrwöchiger Fahrt die Karibikinsel Saint
Thomas; auf der Weiterfahrt nach New York ist er jedoch verschollen.
Der
Strukturwandel der 1960er- und 1970er-Jahre brachte sowohl für die
Rosenheimer Kunstmühle als auch für die Klepper-Werke tiefgreifende
Veränderungen: Die Mühle stellte die Mehlproduktion 1974 ein; bis 1990
wurden hier nur noch Futtermittel hergestellt. Die Klepper-Werke
verloren ihre einstige Marktposition; sie gaben auch die angemieteten
Räume im Kraftwerk der Kunstmühle auf.
Die Obergeschosse des Kraftwerks dienten bald anderen Nutzungen.
Eine Schule für asiatischen Kampfsport mietete 1986 einige Räume, und
1987 bezog der Rosenheimer Kunstverein das Dachgeschoss. Hier finden
seitdem jährlich mehrere Kunstausstellungen statt; einige Räume des
Dachgeschosses dienen regionalen Künstlern als Ateliers. Die historische
Aufschrift „Kunstmühle“ auf dem Kraftwerk – ursprünglich war mit dem
Begriff „Kunstmühle“ eine technisch hochentwickelte Mühle gemeint –
bekam nun mit der Nutzung durch den Kunstverein eine doppelte Bedeutung.
In den 1990-er Jahren wurde der Grundbesitz der einstigen Rosenheimer Kunstmühle aufgeteilt und veräußert.
Die Mühle selbst wurde bis 2004 zu einem Büro- und Gastronomiekomplex umgebaut. Das Kraftwerk wird derzeit von einem neuen Eigentümer weiterhin – neben seiner vorrangigen Nutzung der Energieerzeugung – vermietet, beispielsweise an den Kunstverein.
2008 wurden das Dach und die Fassaden des Kraftwerks mit großem Aufwand erneuert. Nachdem ein Restaurator festgestellt hatte, dass die Fenster ursprünglich in einem dunklen Blauton, die Fassaden in Beige und Ocker gestrichen waren, hielt man sich bei der Sanierung an die historischen Vorgaben. Damit gewann das Gebäude wieder seine einstige Ausdrucksstärke. Geprägt von einer schlichten Eleganz und zugleich aber einer technischen Nutzung dienend, gehört das Kraftwerk nicht zuletzt durch seinen prominenten Planer Theodor Fischer zu den markantesten Architekturschöpfungen des 20. Jahrhunderts in Rosenheim.
Klepper Exponate im Fränkische Schweiz-Museum Tüchersfeld
Um 1800 erwacht in ganz Europa eine Sehnsucht nach einem Leben im Einklang mit der Natur. Insbesondere englische Reisende erhoben die Lebensweise der Schweizer Bergbauern zum Ideal.
Landschaftliche Ähnlichkeiten, aber auch Vorkommen Alpiner Flora, wie z. B. des Enzians, führten schließlich dazu, Regionen mit dem Namen „Schweiz“ zu belegen.
Wissenschaftliche Werke über die zahlreichen Tropfsteinhöhlen mit ihren fossilen Tierknochen in der Umgebung machten das „Muggendorfer Gebürg“ europaweit bekannt. Im Gefolge der Wissenschaftler, die daraufhin in der Region pilgerten, suchten deshalb auch viele Reisende die Region auf, um selbst die Höhlen zu besichtigen.
Die Studenten der umliegenden Universitäten suchten gleichfalls gerne die Region auf. In den Gästebüchern finden sich deshalb zahlreiche Namen, die später von sich Reden machten.
Erste Reiseführer heben den Forellenreichtum der Flüsse hervor. Selbst heute noch kommen alljährlich Hunderte von Petrijüngern in die Region um hier ihrem Hobby zu frönen.
An den zahlreichen Felspartien (mehr als zehntausend Routen aller Schwierigkeitsgrade sind hier bekannt) wurde Klettergeschichte geschrieben.
Schon in den 20iger Jahren war die Region bei Radfahrern beliebt. Für Mountainbiker erschließen sich zahlreiche Routen.
Die Ausstellung im Fränkische Schweiz-Museum spürt all diesen Aspekten nach. Großartige Exponate, faszinierende Installationen und Medienstationen geleiten die Besucher durch 200 Jahre Tourismusgeschichte und Landesentwicklung. Ganz nebenbei gewährt die Ausstellung dabei noch tiefe Einblicke in die Geschichte der Freizeitentwicklung, der Arbeiterbewegung, der Studentenverbindung, aber auch der Eisenbahn- und Technikgeschichte.
Ab 10.00 Uhr freuen wir uns über Ihren Besuch in unserer Produktion, im Ausstellungsraum des KLEPPER Museum e.V. und natürlich in unserem Shop. Ebenso können Sie an diesem Tag unsere Faltboote selbst am Chiemsee testen. Einen Shuttle vom Klepperpark aus haben wir organisiert.
KLEPPER Faltboote früher und heute
Wir laden ein in den Ausstellungsraum des KLEPPER Museum e.V. von 10 bis 16 Uhr wird ein abwechslungsreiches Programm geboten: Führungen, Filmvorführungen und „100 Jahre Herbert Rittlinger“ Sonderausstellung.
Besichtigung der Faltbootmanufaktur
mit Führung um: 10.00 Uhr, 11.30 Uhr und 13.00 Uhr
Reparaturkurse für Faltboote.
Wir bieten zwei spezielle Kurse an:
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Kurs A: ReparaturkursHolzgerüst (Vernieten von Beschlägen mit und ohne Nietmaschine, praktische Tipps in „kleineren und größeren Notfällen“ 13.45 – 14.45 Uhr
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Kurs B:ReparaturkursBootshaut (Pflegen, Flicken, Kleben, Reinigen) und fachgerechtes Zusammenlegen der Bootshaut 15.15 – 16.15 Uhr
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Für beide Kurse bitten wir um Anmeldung und Überweisung bis 12. Juni 2012
Verlosung Eine Verlosung findet wieder statt. Attraktive Gewinne warten auf Sie: z.B. Segelkurse, Paddel, Rucksäcke und vieles mehr. (Preis je Los 2,- Euro). Der Reinerlös kommt den Förderverein KLEPPER Museum e. V. zu Gute. Die Verlosung beginnt um 16.30 Uhr.
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Testen und Vergleichen der Modelle der KLEPPER Faltbootflotte.
Am Samstag, den 26. November 2011 kommt der Abenteurer Jürgen Schütte in den Ausstellungsraum des Klepper Museum e.V. In der Zeit zwischen 14 und 16 Uhr. Die Gelegenheit schon vor dem Vortrag am 27.11.2011 im KuKo das das Original-Klepper-Expeditionskajak zu sehen, beladen mit außergewöhnlichen Expeditions-Ausrüstungsgegenständen. Jürgen Schütte beantwortet gerne Fragen über die Vorbereitungen der Expedition und die 850 Kilometer lange und 53 Tage dauernde Fahrt mit dem Klepper-Faltboot. Jürgen Schütte besuchte die historischen Plätze alter Entdecker, Forscher und Walfänger.
Lernen Sie den Abenteuer persönlich kennen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Ausstellungsraum. Der Eintritt ist frei.
Seine beeindruckende Expedition erleben Sie mit in seinem Vortrag im KuKo Rosenheim am Sonntag 27. November um 15.00 Uhr. In der Multimediashow beschreibt Jürgen Schütte Land und Leute. Er folgte den Spuren von Forschern wie Nansen und Amundsen und erkundete die Siedlungsgebiete der Pomoren, die als Walfänger und Jäger die Insel in den vergangenen Jahrhunderten bewohnten. Aber auch die Tierwelt Spitzbergens wird dem Zuschauer nahe gebracht: Spannende Eisbärerlebnisse, neugierige Polarfüchse, Robben und Walrossbegegnungen.
November 2011
KLEPPER Museum e.V.
Klepperstraße 18
83026 Rosenheim
Museum
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Eröffnung des Ausstellungsraums im Mai 2001
Über 270 geladene Gäste und damit weit mehr als erwartet kamen zur spektakulären Eröffnung des Klepper-Museums. Auch Klepper-Fans aus USA, Canada, Australien und Frankreich waren angereist, um das neue (vierte) Museum in Rosenheim aus der Taufe zu heben. Wie viel Enthusiasmus die engagierten Mitarbeiter der Rosenheimer Klepper Faltbootwerft haben, zeigte ihr unermüdlicher, ehrenamtlicher Einsatz bei der Renovierung der Räume und der Einrichtung des Museums. Das Museum soll, wie Vorstandssprecherin Ursula Isbruch sich wünscht, ein Ort zum Treffen und Träumen von Faltbootfans und Kanusportlern werden.
Entstanden ist ein Museum, das Erinnerungen an vergangene Höhepunkte des robusten, zerlegbaren Wassersportgeräts weckt, wie beispielsweise die siegreiche Olympiateilnahme 1936, bei der die Klepper-Faltboote auf ganzer Linie siegten, oder auch an die erfolgreiche Atlantiküberquerung von Dr. Hannes Lindemann 1956. Gleichzeitig soll die interessante Ausstellung Besucher zu neuen Abenteuern mit dem Faltboot in der freien Natur animieren. Die Idee des Kayaks zum Mitnehmen ist aktueller denn je, seit ca. zwei Jahren ist eine Renaissance im Faltbootbereich zu beobachten: Paddeln mit dem Faltboot und "Natur pur" sind wieder in.
Seit mehr als 100 Jahren wird in Rosenheim Klepper-Geschichte geschrieben. So betonte auch der Schirmherr Dr. Michael Stöcker in seinem Grußwort, der Name Klepper sei mit der Stadt Rosenheim untrennbar verbunden. Es sei richtig, die Erinnerung an einen Mann und seine Idee in einem Museum am Leben zu erhalten, der Rosenheim weltweit bekannt gemacht habe, zudem komplettiert das Klepper Museum das Museumsquartett Rosenheims.